Logistikimmobilie im Ruhrgebiet
Marius Degenhardt gibt einen Einblick
Es gibt verschiedene Ansätze, um den Begriff der Logistik zu definieren. Im Großen und Ganzen handelt es sich um den Transport, Umschlag und die Lagerung von Materialien, Gütern – also eine intelligente Planung und Steuerung von Wertschöpfungsketten.
Marius Degenhardt ist seit über einem Jahr als Consultant Teil der RUHR REAL und verantwortet gemeinsam mit Max Kanoniczak die Beratung im Bereich der Logistik- und Industrieimmobilie. Mit der Förderung junger Kollegen und dem Fokus auf eine stark wachsende Assetklasse bleibt RUHR REAL seinem Credo treu: Trends erkennen und auf die Zukunft setzen! Im Folgenden erläutert Marius Degenhardt, worauf es bei Logistikimmobilien ankommt und was das Ruhrgebiet in diesem Bereich bietet.
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Hotspot: Ruhrgebiet
Das Ruhrgebiet schafft eine ideale Grundvoraussetzung für einen interessanten Logistikstandort: Es ist zentralisiert, weißt eine dichte Besiedlung auf und verfügt über eine hervorragende Infrastruktur sowie die Nähe zu den Niederlanden als wichtiger Handelspartner. Das Ruhrgebiet ist ein dichter Absatzmarkt für Europa. Dabei gibt es keinen speziellen Hotspot, da die Region im Ganzen als Hotspot gesehen werden kann. Eine enorme Fläche bietet darin Duisburg mit dem Duisport, der Vorreiter in Vermietungsthemen und Eigentümer zahlreicher Grundstücke ist. Der Hafen ist nicht nur deutschlandweit, sondern längst über die Grenzen hinweg in der Logistikbranche bekannt. Verstärkt wird dies ebenso durch die Neue Seidenstraße, die eine Schienenverbindung nach China bietet.
Trends werden Standard
In Sachen Fortschritt ist die Logistikbranche ebenso auf dem Vormarsch. Trends wie künstliche Intelligenz sind keine Fremdgebiete mehr. Immer mehr Lagerroboter werden integriert, um die Logistikbranche autonomer zu gestalten. Die Logistikhallen werden entsprechend für autonome Nutzung errichtet, so dass Lieferketten technologisch angetrieben werden, um Geschäftsprozesse zu optimieren. Durch die maschinelle Nutzung wird effektivere und effizientere Arbeit sowie höhere Leistungen erzielt. Besonders die Chemie- und Pharmaindustrie versucht vermehrt, Hallen zu digitalisieren, um Lieferketten optimaler zu strukturieren und damit die Kosteneffizienz zu steigern.
Auch die Nachhaltigkeit spielt eine entscheidende Rolle: Projektentwickler bauen Logistikhallen für die Zukunft. Dabei spielen in puncto Nachhaltigkeit Solardächer eine große Rolle, wodurch Zusatzleistungen wie Strom und Heizung generiert werden.
Logistik auf der Schulban
Der Bereich der Logistik ist längst nicht nur eine Nische, sondern eine essentielle Branche. Eine Branche, die man studieren kann: Wo, wenn nicht hier im Ruhrgebiet? An der Universität Duisburg-Essen am Standort Duisburg – sie gilt als eine der führenden Forschungs- und Ausbildungsstätten für Logistik und Verkehrsbetriebswirtschaft, so dass „Logistik und Verkehr“ als Studiengang aufgenommen wurden. Dies fördert die Gewinnung von Fachkräften in dem Bereich.

Immer beliebter, immer teurer
Wo die Nachfrage wächst, steigen die Preise. Ein klassisches Modell, das vor der Logistikbranche keinen Halt macht. Die Logistikbranche boomt und somit auch die Assetklasse – speziell am Hotspot Nordrhein-Westfalen, der ein idealer Standort ist, stehen aufgrund des Wachstums immer weniger Flächen zur Disposition. Die Projektentwickler planen und bauen oft im Bestand, wenn der Kunde kurzfristig Lagerräume sucht und die Zeit für einen Neubau nicht genügt.
Corona – ein logistisches Problem?
Ja und nein. Zunächst sind die Anfragen für Neuanmietungen zurückgegangen. Unternehmen mussten kurzfristig Lagerräume anmieten, um jegliche Einzelhandelsabläufe nicht zu unterbrechen. Die Lieferketten gingen weiter, die Ware blieb aber in stock. Da ebenfalls nicht ins Ausland exportiert werden konnte, bekamen Logistiker kurzfristige Aufträge zur Einlagerung – ein kleiner Boom im Logistikgeschäft. Mittlerweile bewegt sich die Nachfrage auf Vorkrisenniveau.

